Ausbildung

Ausbildungsvergütung Notarfachangestellte 2026: 1.050 bis 1.500 Euro je nach Kammer.

SWSophia Weingart·3. August 2026·5 Min
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Ausbildungsvergütung Notarfachangestellte 2026: 1.050 bis 1.500 Euro je nach Kammer.

Sophia Weingart·3. August 2026·5 Min

Die Ausbildungsvergütung für Notarfachangestellte liegt 2026 je nach Region und Lehrjahr bei rund 1.050 bis 1.500 Euro brutto im Monat. Eine bundesweite Empfehlung gibt es nicht: Die Beträge empfehlen die regionalen Notarkammern, in Bayern und der Pfalz die Notarkasse, in den neuen Bundesländern die Ländernotarkasse. Verbindlich ist am Ende der Ausbildungsvertrag; als gesetzliche Untergrenze gilt die Mindestausbildungsvergütung nach Paragraf 17 des Berufsbildungsgesetzes. Welche Kammer was empfiehlt, was das Gesetz garantiert und was nach der Ausbildung kommt: der Überblick.

Das Wichtigste in KürzeKammer-Empfehlungen, Stand August 2026
Kammer-Empfehlungen
je nach Region und Lehrjahr
1.050–1.500 €
Bundesweite BNotK-Staffel
Empfehlungen sind Kammersache
gibt es nicht
Gesetzliche Mindestvergütung
§ 17 BBiG, Ausbildungsbeginn 2026
724–977 €
Einstieg nach der Ausbildung
typisch 2.400 bis 2.800 €
2.620 €

Wer die Vergütung empfiehlt: Ihre Notarkammer, keine Bundesstaffel

Im Notariat gibt es keinen Tarifvertrag, und auch eine bundesweite Vergütungsempfehlung der Bundesnotarkammer existiert nicht. Was Auszubildende verdienen sollen, empfehlen die regionalen Notarkammern jeweils für ihren Bezirk; in Bayern und der Pfalz übernimmt diese Aufgabe die Notarkasse, in den neuen Bundesländern die Ländernotarkasse. Das Karriereportal der Bundesnotarkammer verweist selbst ausdrücklich auf regionale Unterschiede, die vor allem aus den unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten resultieren; Auskunft über die Vergütung gibt die Kammer der jeweiligen Region. Diese Zuständigkeit ist kein Formaldetail: Sie erklärt, warum seriöse Angaben zur Ausbildungsvergütung immer eine Region und einen Stand nennen.

Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: Entscheidend ist, in welchem Kammerbezirk das Ausbildungsnotariat liegt. Die für den Ausbildungsstart 2026 veröffentlichten Empfehlungen liegen je nach Region und Lehrjahr zwischen rund 1.050 und 1.500 Euro brutto im Monat. Wie die Ausbildung zur Notarfachangestellten insgesamt aufgebaut ist, zeigt unser Überblicksbeitrag.

Empfohlene Ausbildungsvergütung 2026Spannweite der veröffentlichten Kammer-Empfehlungen · geprüfte Auswahl, Stand August 2026 · maßgeblich ist die Kammer Ihres Bezirks
1. Lehrjahr
je nach Kammer
1.050–1.300 €
2. Lehrjahr
je nach Kammer
1.125–1.400 €
3. Lehrjahr
je nach Kammer
1.200–1.500 €

Die Kammer-Empfehlungen 2026 im Überblick

Die folgenden Beträge sind eine geprüfte Auswahl der Empfehlungen, die Kammern und Kassen selbst veröffentlicht haben, Stand August 2026. Maßgeblich ist immer die Kammer Ihres Bezirks; die frischesten Beschlüsse kommen aus Hamburg und Berlin.

  • Hamburgische Notarkammer: 1.300 / 1.400 / 1.500 Euro je Lehrjahr, Empfehlung für den Ausbildungsbeginn am 1. August 2026
  • Notarkammer Berlin: 1.250 / 1.350 / 1.450 Euro, Erhöhung per Vorstandsbeschluss vom 11. März 2026
  • Notarkasse (Bayern und Pfalz): 1.236,82 / 1.290,96 / 1.340,61 Euro, Stand 1. Februar 2025, zuzüglich Sonderleistungen
  • Ländernotarkasse (neue Bundesländer): 1.231 / 1.276 / 1.317 Euro; die Empfehlung wird jährlich neu abgegeben, je nach Ort sind höhere wie geringere Beträge üblich
  • Notarkammer Koblenz: 1.100 bis 1.300 / 1.200 bis 1.400 / 1.300 bis 1.500 Euro, Stand März 2025, individuell zu verhandeln
  • Notarkammer Frankfurt am Main (Hessen): 1.050 / 1.125 / 1.200 Euro laut Ausbildungskampagne der Kammer
  • Rheinische und Westfälische Notarkammer: veröffentlichen keine Beträge; die Empfehlung erfahren Sie auf Anfrage bei der Kammer oder direkt im Ausbildungsnotariat

Einen rechnerischen Mittelwert über diese Empfehlungen geben wir bewusst nicht an: Die Kammern staffeln unterschiedlich, teils mit festen Beträgen, teils mit Spannen. Seriös benennen lässt sich nur die Gesamtspanne, rund 1.050 bis 1.500 Euro je nach Region und Lehrjahr.

Achten Sie bei eigenen Recherchen auf das Datum: Im Netz kursieren noch deutlich niedrigere Staffeln aus früheren Jahren, und selbst überregionale Übersichten hinken einzelnen Kammerbeschlüssen hinterher. Verlässlich ist die aktuelle Angabe der Kammer selbst, jeweils mit Stand oder Beschlussdatum.

Unverbindlich

Kammer-Empfehlungen sind keine Tarifverträge. Verbindlich ist allein der Betrag in Ihrem Ausbildungsvertrag; viele Notariate übernehmen die Empfehlung ihrer Kammer, manche liegen darüber, um Nachwuchs zu gewinnen. Nach unten begrenzt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung jede Vereinbarung.

Die gesetzliche Untergrenze: Mindestvergütung nach Paragraf 17 BBiG

Unabhängig von jeder Empfehlung gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung des Berufsbildungsgesetzes, auch im Notariat. Für eine Ausbildung, die 2026 beginnt, sind das nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung mindestens 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr; ein viertes Jahr wäre mit mindestens 1.014 Euro zu vergüten. Die Beträge richten sich nach dem Jahr des Ausbildungsbeginns, die Aufschläge für das zweite und dritte Jahr betragen 18 und 35 Prozent. Die Untergrenze wird jährlich fortgeschrieben; für 2026 ist sie nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung gegenüber dem Vorjahr um knapp 6,2 Prozent gestiegen.

Alle veröffentlichten Kammer-Empfehlungen liegen deutlich über dieser Untergrenze. Sollte ein Vertragsangebot darunter liegen, sprechen Sie es an: Beträge unterhalb der Mindestvergütung sind gesetzlich nicht zulässig.

Warum zahlen Notariate unterschiedlich?

Der wichtigste Grund sind die Lebenshaltungskosten: Die Kammern legen ihre Empfehlungen für den eigenen Bezirk fest, und Stadtstaaten wie Hamburg und Berlin liegen entsprechend am oberen Rand. Manche Kammern arbeiten zudem bewusst mit Spannen, etwa Koblenz, damit Notariat und Auszubildende den Betrag individuell vereinbaren. Und das Feld bewegt sich: Berlin hat seine Empfehlung im März 2026 per Beschluss erhöht, Hamburg staffelt für den Jahrgang 2026 bis 1.500 Euro. Der Wettbewerb um Nachwuchs wirkt spürbar auf die Beträge.

Brutto ist fast netto

Ein Vorteil, der in Vergleichen oft untergeht: Bei Vergütungen in dieser Höhe fällt in Steuerklasse I in aller Regel keine oder kaum Lohnsteuer an. Abgezogen werden vor allem Ihre Anteile zur Sozialversicherung, also Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Vom Betrag im Ausbildungsvertrag kommt deshalb der größte Teil tatsächlich auf dem Konto an; die exakte Rechnung hängt von Krankenkasse und Zusatzbeitrag ab. Vergleichen Sie Angebote deshalb über die Bruttostaffel je Lehrjahr und fragen Sie nach Extras: Die Notarkasse in Bayern und der Pfalz etwa weist neben ihrer Staffel ausdrücklich Sonderleistungen aus.

Perspektive: Was nach der Ausbildung kommt

Die Ausbildungsvergütung ist nur der Anfang, und der Betrag aus dem dritten Lehrjahr ist kein Deckel: Mit der Abschlussprüfung beginnt eine neue Gehaltslogik. Das Einstiegsgehalt liegt dann im Median bei 2.620 Euro Grundgehalt im Monat, typisch sind 2.400 bis 2.800 Euro. Wie sich das Gehalt in den ersten Berufsjahren entwickelt, zeigt unser Beitrag zum Gehalt nach der Ausbildung. Wer früh die nächste Stufe plant, findet in der Weiterbildung für Notarfachangestellte den Überblick über die neuen bundeseinheitlichen Fortbildungsabschlüsse; der Aufstieg zahlt sich auch beim Gehalt aus.

Ausbildungsstart 2026/27: worauf achten?

Der Ausbildungsbeginn liegt üblicherweise im August oder September; viele Notariate sichten Bewerbungen schon im Jahr davor. Wer sich früh bewirbt, hat die größere Auswahl an Ausbildungsnotariaten und kann die Vergütungsfrage in Ruhe klären:

  • Vergütung erfragen: Die Frage nach der Staffel ist legitim und üblich, am besten mit Blick auf die Empfehlung der zuständigen Kammer
  • Vertrag prüfen: Verbindlich ist der Betrag im Ausbildungsvertrag, nicht die Empfehlung
  • Früh bewerben: Viele Plätze werden lange vor dem Start vergeben

Wie Anschreiben und Vorstellungsgespräch im Notariat überzeugen, lesen Sie im Leitfaden zur Bewerbung im Notariat.

Quellen

  • NKB
    Empfehlung zur Ausbildungsvergütung, Beschluss vom 11. März 2026
    Notarkammer Berlin · Stand 2026
  • HNotK
    Vergütungsempfehlung für den Ausbildungsbeginn 1. August 2026
    Hamburgische Notarkammer · Stand 2026
  • NotKas
    Empfohlene Ausbildungsvergütung für Bayern und die Pfalz
    Notarkasse München · Stand 2025
  • BIBB
    Mindestausbildungsvergütung steigt 2026 auf 724 Euro
    Bundesinstitut für Berufsbildung, zu Paragraf 17 BBiG · Stand 2026
  • BNotK
    Regionale Vergütungsangaben für Notarfachangestellte auf notar.de
    Bundesnotarkammer · Stand 2026

Häufige Fragen

Je nach Region und Lehrjahr empfehlen die Notarkammern und Notarkassen rund 1.050 bis 1.500 Euro brutto im Monat, Stand August 2026. Am oberen Rand liegt Hamburg mit 1.300, 1.400 und 1.500 Euro je Lehrjahr. Verbindlich ist immer der Betrag im Ausbildungsvertrag.

Nein. Die Bundesnotarkammer gibt keine bundesweite Staffel heraus; Vergütungsempfehlungen sind Sache der regionalen Notarkammern. In Bayern und der Pfalz übernimmt das die Notarkasse, in den neuen Bundesländern die Ländernotarkasse.

Die Untergrenze nach Paragraf 17 des Berufsbildungsgesetzes. Für Ausbildungsbeginn 2026 sind das mindestens 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Alle veröffentlichten Kammer-Empfehlungen liegen deutlich darüber.

Weil die Empfehlungen regional festgelegt werden und sich an den Lebenshaltungskosten orientieren: Stadtstaaten wie Hamburg und Berlin liegen am oberen Rand. Zudem sind die Empfehlungen unverbindlich; einzelne Notariate liegen darüber, manche Kammern nennen bewusst Spannen zum individuellen Verhandeln.

Ja, alle veröffentlichten Staffeln steigen je Lehrjahr, in Hamburg etwa von 1.300 auf 1.500 Euro. Auch das Gesetz schreibt eine Steigerung vor: Die Mindestvergütung liegt im zweiten Jahr 18 Prozent und im dritten Jahr 35 Prozent über dem ersten.

Der größte Teil: Bei Beträgen in dieser Höhe fällt in Steuerklasse I in aller Regel keine oder kaum Lohnsteuer an, abgezogen werden vor allem die Anteile zur Sozialversicherung. Brutto ist in der Ausbildung also fast netto.

Der Einstieg liegt im Median bei 2.620 Euro Grundgehalt im Monat, typisch sind 2.400 bis 2.800 Euro. Mehr dazu im Beitrag zum Gehalt nach der Ausbildung.

Redaktionelle Prüfung7. August 2026
Sophia WeingartRedaktion Ausbildung

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